Stein des Monats Januar - Obsidian

02.01.2026

Der Spiegel der Schatten und der Wahrheit

Der Januar ist eine Schwellenzeit. Noch liegt die Natur im Rückzug, das alte Jahr hallt nach, und gleichzeitig formt sich leise das Neue. Kaum ein Stein passt besser zu dieser Phase als der Obsidian – ein Stein, der aus einem plötzlichen Umbruch entsteht und uns einlädt, ehrlich hinzusehen.

Mineralogischer Steckbrief

Chemische Formel: Gesteinsglas mit überwiegend SiO2

Mineralklasse: Gemenge verschiedener Silikate

Entstehung: vulkanisch, durch rasche Abkühlung kieselsäurereicher Magmen, als Kruste auf Lava

Farbe: schwarz, braun, grau

Glanz: Glasglanz

Kristallsystem: amorph

Mohshärte: 5 bis 5,5

Spaltbarkeit, Bruch: keine Spaltbarkeit, großmuscheliger, scharfkantiger Bruch

Vorkommen, Hauptlieferländer: USA, Mexiko, Italien

Erscheinungsbild: derbe Massen, z.T. mit weißen Einsprenglingen, braunen Flecken, selten mit silbrigem oder goldenem Schiller oder bunten, schillernden Farben

Entstehung – geboren aus dem Schock

Obsidian entsteht aus Lavagestein, das so rasch abkühlt, dass sich keine Kristallstruktur ausbilden kann. In der Mineralogie bedeutet der Begriff "Glas" daher nicht etwas Industrielles oder Transparentes, sondern schlicht: strukturlose Erstarrung.

Genau deshalb zählt Obsidian nicht zu den Mineralien mit einheitlicher Zusammensetzung, sondern zu den Gesteinen. Seine Zusammensetzung variiert je nach Fundort und Entstehungsbedingungen – und selbst innerhalb eines einzigen Vorkommens ist er nie völlig homogen.

Besonders schön lässt sich das beim Schneeflockenobsidian beobachten: Die hellgrauen "Schneeflocken" entstehen durch kleine Feldspat-Aggregate im dunklen Glas. Astrologisch wird er der 1. Dekade des Wassermanns zugeordnet.

Ein Blick in die Geschichte

Schon die alten Römer stellten aus Obsidian Spiegel her. Wahrscheinlich dienten sie weniger kultischen Zwecken, sondern waren praktische Spiegel oder dekorativer Raumschmuck.

Im Mittelalter jedoch bekam der Obsidian eine andere Bedeutung: Er galt als Stein, mit dem Dämonen ausgetrieben werden konnten. Was damals wörtlich verstanden wurde, können wir heute sehr gut **metaphorisch** deuten.

Der Obsidianspiegel – Schattenarbeit und Schutz

In der modernen Steinheilkunde, die seine Kraft im 20. Jahrhundert neu entdeckte, wird Obsidian vor allem als magischer Spiegel genutzt.

Er gehört zur 2. Dekade des Skorpions und gilt zudem als Ausgleichstein für den Steinbock. Seine Energie ist tief, kompromisslos und ehrlich. Der Obsidianspiegel reflektiert nicht nur äußere, sondern vor allem innere Bilder: verdrängte Gefühle, unbewusste Muster, abgespaltene Persönlichkeitsanteile.

In der Meditation kann er helfen,

- die eigenen Schattenanteile zu erkennen und anzunehmen

- emotionale Klarheit in schwierigen Situationen zu gewinnen

- innere Stabilität zu bewahren

- Blockaden aufzulösen

- verloren geglaubtes Wissen und Können wieder zugänglich zu machen

Was vorher diffus, verwirrend oder unklar war, kann durchschaut werden. Die Wahrnehmung für die eigene Innenwelt und die Umgebung verfeinert sich.

Obsidian und Trauma – eine tiefe Parallele

So wie Obsidian durch einen Temperaturschock entsteht, entstehen auch Traumata durch einen Schock. Gefühle und Erlebnisse sind dabei so überwältigend, dass wir in einer Kurzschlussreaktion alles abspalten, was zu viel ist – um zu überleben.

Das kann sich zeigen als Ohnmacht, emotionale Taubheit oder Dissoziation. Doch nicht nur Verletzungen werden verdrängt. Auch Anteile von uns selbst, für die wir uns schämen oder verurteilen, wandern in den Schatten.

Diese abgespaltenen Inhalte verschwinden jedoch nie vollständig. Sie zeigen sich später in Triggern, wiederkehrenden Situationen und zwanghaften Mustern – oft gesteuert von Kräften, deren Ursprung uns nicht bewusst ist.

Transformation statt Verdrängung

Hier setzt die Arbeit mit Obsidian an. Ihm wird die Fähigkeit zugeschrieben, solche Traumata zu lösen und die "inneren Dämonen" zu vertreiben. Er wirkt vor allem auf den emotionalen Bereich und das Unterbewusstsein.

Der Obsidian öffnet den Zugang zu abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen und setzt die dort gebundene Energie frei. Dieser Prozess kann jedoch sehr intensiv, schmerzhaft und auch dramatisch sein.

Aus diesem Grund wird in der Steinheilkunde dringend empfohlen, Obsidian nicht alleine zu verwenden, sondern ihn mit Bergkristall zu kombinieren. Der Bergkristall unterstützt die analytische Verarbeitung und hilft, das Erlebte in die Realität zu integrieren.

Ebenso wichtig ist eine erfahrene Begleitung. Deshalb findest du hier bewusst keine konkrete Anleitung zur Arbeit mit dem Obsidian.

Die Gabe nach der Heilung

Wo Integration gelingt, entstehen neue Fähigkeiten:

- vertiefte Intuition

- verfeinerte Wahrnehmung

- innere Klarheit

- bis hin zu Hellsichtigkeit

Nicht umsonst wird der Obsidianspiegel seit jeher auch von Hexen und magisch Arbeitenden geschätzt.

Obsidian ist kein "sanfter" Stein. Er tröstet nicht – er zeigt. Doch genau darin liegt seine Kraft. Für den Januar, diese Zeit der Innenschau, der Wahrhaftigkeit und der Neuorientierung, ist er ein kraftvoller Begleiter für alle, die bereit sind, sich selbst ehrlich zu begegnen.

Der Obsidian erinnert uns daran: Heilung beginnt dort, wo wir den Mut haben hinzusehen.


Wenn dich die Energie des Obsidian anspricht und du ihn gerne in dein Leben einladen möchtest, findest du ihn in meinem Shop .

Wenn du Fragen hast oder dir ein individuelles Schmuckstück wünschst, kannst du dich jederzeit bei mir melden. Ich freue mich, dich auf deinem hermetischen Weg zu begleiten.

Liebe Grüße,

Gloria